Nachdem Stephan Csöngei bei den PGA Championship 2026 im Diamond Club Atzenbrugg die Konkurrenz regelrecht pulverisierte, gibt Österreichs Nachwuchs-Star dem NÖGV exklusive Einblicke in seine Gedankenwelt und spricht auch offen über seine Zukunft.
Hast du dir für heuer spezielle Ziele gesetzt die du unbedingt erreichen wolltest? Der Auftritt in Atzenbrugg zuletzt war ja fantastisch!
„Ich wollte das Jahr und die Saison 2026 unbedingt noch mit einem guten Ende abschließen und mir auch noch einmal auf einem so anspruchsvollen Platz wie dem Diamond CC beweisen, was ich spielerisch wirklich drauf habe.“
Gehst du generell eher entspannt an anstehende Aufgaben heran oder denkst du sozusagen mehrere Schritte voraus und gehst im Vorhinein schon verschiedene mögliche Szenarien gedanklich durch?
„Also während eines Turniers sind meine Gedanken vorrangig immer, dass ich den Ball gut ins Spiel bringen muss um mir eine gute Ausgangsposition für das restliche Loch zu verschaffen. Gerade auf einem Platz wie etwa in Atzenbrugg, trifft man sehr einfach leichtsinnige Entscheidungen vom Abschlag. Ansonsten hab ich schon eher die Devise ‚Vollgas geben‘. Gute Schläge machen schon Lust auf mehr. Ich weiß was ich fähig bin zu leisten und auf Plätzen die ich sehr gut kenne heißt es ‚Attacke‘.“
Was waren deine ersten Gedanken nach dem super Auftritt letzte Woche? Als Amateur hängt man die Professionals ja nicht jeden Tag gleich um acht Schläge ab. Noch dazu in einem Starterfeld, dass sich durchaus sehen lassen konnte. Lukas Boandl etwa hat erst vor kurzem bei seinem Profi-Debüt auf der Hotelplanner Tour gleich einen 10. Rang eingefahren und hat sich auch souverän in die Zwischenrunde der DP World Tour Q-School gespielt. Mit Timon Baltl und etlichen anderen bekannten Spielern, waren die PGA Championship ja richtig gut besetzt.
„Ehrlicherweise hatte ich nach dem Turnier echt Lust auf mehr. Ich war glücklich, dass ich mein Spiel so auf den Punkt gebracht hab. Und, dass ich mit gleich acht Schlägen Vorsprung auf einen Pro auf so einem Platz gewonnen hat, das hat mich schon auch stolz gemacht.“
Wo ortest du deine größten Stärken im Spiel?
„Prinzipiell seh ich meine Stärken klar im langen Spiel. Vor allem aufs Driven und aufs Shot Shaping kann ich mich meist ganz gut verlassen. Letzte Woche hab ich hab mich spielerisch von Anfang wirklich gut gefühlt. Das lange Spiel war wie gewohnt sehr stabil und speziell auf den letzten beiden Runden konnte ich auch wirklich viele Putts lochen. Das hilft dann halt schon sehr auf dem Weg zu einem niedrigen Score.“
Für dich war es ja eigentlich nicht einmal eine neue Erfahrung, dass du Pro’s hinter dir lässt, wie du erst vor kurzem auch bei der Nationalen Offenen Meisterschaft gezeigt hast.
„Ja, in Klagenfurt ist es auch ziemlich gut gelaufen. -23 an vier Tagen war auf jeden Fall ein Highlight heuer. Am Ende 2. Platz und vor dem ersten Professional war damals schon speziell.“
Für dich stehen ja ziemlich stressige Monate mit Matura usw. an. Hast du dir schon konkrete Gedanken über deine Zukunft gemacht, bzw. ist es dein fester Wunsch in absehbarer Zeit ins Profilager zu wechseln?
„Also nach der Matura möchte ich gerne zum Heeressport und danach auf ein College in den Staaten, da man dort schon extrem viele neue Erfahrungen sammeln kann. Mein größter Wunsch bzw. mein Ziel ist es schon danach auch den Schritt ins Profilager zu machen.“
Gibt’s schon Angebote von Colleges oder besser gefragt, hast du schon einen Favoriten wo du hingehen möchtest?
„Also unterschrieben hab ich noch nichts, aber ich hab der East Tennessee State University vorerst zugesagt.“
Wenn du die abgelaufene Saison noch einmal Revue passieren lässt, was waren für dich die Highlights? Da war ja einiges 2026 dabei.
„Also wenn ich jetzt 2026 rekapituliere, dann war da nicht alles Gold was glänzt. Was ich gelernt hab bzw. lernen musste ist, dass man sich bei Enttäuschungen eine Pause nehmen muss. Nur so kommt man aus einem Tief wieder gestärkt heraus. Man darf sich selbst auch nicht zu ernst nehmen, denn das passiert extrem leicht in diesem Sport.“
„Ich bin sehr stolz auf meine beste Runde von 9 unter Par bei den Spanish Boys 2026, auf den Auftritt bei der Nationalen Offenen, auf mein Handicap von -7,3, natürlich auf meinen Sieg letzte Woche bei den PGA Championship 2026 und auf meinen Jahres Scoring Average Schnitt von 70,5 Schlägen. Die Erfahrung bei der deutschen Bundesliga zeigten mir auch eine neue Sichtweise auf den Golfsport. Ich konnte dort viele Erfahrungen bei einem Wettbewerb auf hohem Niveau sammeln.“


